Eine gut eingestellte Lüftungsanlage sollte fast unhörbar arbeiten. Doch im Laufe der Zeit können Verschleiß und Verschmutzung dazu führen, dass störende Geräusche auftreten. Wer effektiv Quietschen und Pfeifen beheben möchte, muss zunächst verstehen, woher diese akustischen Störungen kommen. In diesem Artikel analysieren wir die häufigsten Ursachen und bieten praxisnahe Lösungen für Ihre Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL).
Ursachenforschung: Warum die Lüftung lärmt
Bevor Sie zum Werkzeug greifen, ist eine Diagnose unerlässlich. Geräusche in Lüftungssystemen sind meist Indikatoren für spezifische Probleme:
- Pfeifen: Entsteht oft durch zu hohe Luftgeschwindigkeiten, verengte Querschnitte oder undichte Stellen im Kanalsystem.
- Quietschen: Deutet meist auf mechanische Probleme hin, wie etwa abgenutzte Lager am Ventilator oder reibende Bauteile.
- Wummern oder Dröhnen: Ein Zeichen für Unwucht am Ventilator oder fehlende Entkopplung.
Wenn Sie dieses Quietschen und Pfeifen beheben wollen, sollten Sie systematisch vorgehen.
Schritt-für-Schritt: Quietschen und Pfeifen beheben
Hier sind die effektivsten Maßnahmen, um Ihre Anlage wieder leise zu bekommen:
1. Filter überprüfen und wechseln
Der häufigste Grund für Pfeifgeräusche sind verstopfte Filter. Wenn die Poren dicht sind, muss der Ventilator stärker arbeiten, um die Luft durchzupressen. Dies erhöht den Druck und erzeugt Strömungsgeräusche.
- Lösung: Prüfen Sie alle Filter (Zu- und Abluft). Ein Wechsel ist oft die schnellste Methode, um ein Pfeifen zu beheben.
2. Tellerventile justieren
Ein hochfrequentes Pfeifen an den Auslässen deutet oft auf falsch eingestellte Tellerventile hin. Ist der Spalt zu klein, entsteht eine "Orgelpfeifen-Wirkung".
- Lösung: Überprüfen Sie die Einstellung der Ventile. Öffnen Sie diese versuchsweise etwas weiter (Achtung: Die Luftmenge muss weiterhin stimmen, idealerweise sollte dies ein Fachmann einmessen).
3. Ventilator und Lager prüfen
Ein rhythmisches oder dauerhaftes Quietschen kommt fast immer vom Herzstück der Anlage: dem Ventilator. Kugellager verschleißen mit der Zeit.
- Lösung: Schalten Sie die Anlage stromlos und drehen Sie das Lüfterrad von Hand. Läuft es rau oder macht Geräusche? Dann müssen Sie die Lager tauschen oder den ganzen Lüfter ersetzen, um das Quietschen zu beheben.
4. Reinigung des Wärmetauschers
Verschmutzungen im Rekuperator (Wärmetauscher) verengen die Kanäle. Dies führt ähnlich wie bei verstopften Filtern zu Pfeifgeräuschen durch erhöhten Luftwiderstand.
- Lösung: Ziehen Sie den Wärmetauscher heraus und reinigen Sie ihn gemäß Herstellervorgaben (meist durch Ausspülen mit Wasser).
Schalldämpfer: Die letzte Bastion gegen Lärm
Manchmal ist die Anlage technisch in Ordnung, aber das Geräusch der Luftströmung selbst stört (Telefonieschall). Hier wurden oft bei der Installation zu wenig oder falsche Schalldämpfer verbaut.
- Nachrüstung: Das Einsetzen von speziellen Telefonieschalldämpfern in die Verteilerkästen oder Rohrleitungen kann Restgeräusche eliminieren und so das wahrgenommene Pfeifen beheben.
Wann Sie einen Profi rufen sollten
Nicht alle Störgeräusche lassen sich in Eigenregie lösen. Wenn Sie trotz Filterwechsel und Reinigung immer noch Lärm wahrnehmen, könnte ein Problem im Kanalsystem (z.B. ein abgerissenes Leitblech) oder ein Defekt an der Steuerelektronik vorliegen. Fachleute verfügen über spezielle Messgeräte (Anemometer, Schallpegelmesser), um die Quelle exakt zu lokalisieren und das Quietschen und Pfeifen zu beheben, ohne die Anlage zu beschädigen.
Wichtig: Eine regelmäßige Wartung verhindert nicht nur Lärm, sondern spart auch Energie und sichert die Luftqualität.