Es gibt viele gute Gründe, warum Hausbesitzer eine WC-Lüftung nachrüsten sollten. Besonders in innenliegenden Badezimmern oder Gäste-WCs ohne Fenster ist eine mechanische Entlüftung oft die einzige Möglichkeit, Feuchtigkeit und unangenehme Gerüche effektiv abzuführen. Doch auch in Bädern mit Fenster bietet ein Lüfter Komfortvorteile, da er unabhängig vom Wetter für Luftaustausch sorgt.
Warum Sie eine WC-Lüftung nachrüsten sollten
Das Hauptargument ist der Feuchtigkeitsschutz. Nach dem Duschen oder Baden steigt die Luftfeuchtigkeit massiv an. Ohne ausreichende Lüftung kondensiert das Wasser an kalten Wänden, was den idealen Nährboden für Schimmel bildet. Wenn Sie eine moderne WC-Lüftung nachrüsten, verhindern Sie Bauschäden und schützen Ihre Gesundheit. Zudem werden Gerüche schnell und diskret entfernt, was besonders im Gäste-WC geschätzt wird.
Welche Systeme eignen sich für die Nachrüstung?
Wer eine WC-Lüftung nachrüsten möchte, muss zunächst die baulichen Gegebenheiten prüfen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptvarianten:
1. Dezentrale Abluftsysteme (Außenwandlüfter)
Diese Lösung ist ideal, wenn das Bad an einer Außenwand liegt. Hierfür wird eine Kernbohrung durch die Wand vorgenommen, in die der Ventilator eingesetzt wird. Diese Methode ist beim WC-Lüftung nachrüsten sehr beliebt, da sie verhältnismäßig einfach umzusetzen ist und keine langen Rohrsysteme benötigt.
2. Zentrale Abluftsysteme (Schachtlüftung)
In Mehrfamilienhäusern existieren oft bereits Lüftungsschächte. Hier können Sie einen passenden Badlüfter installieren, der die verbrauchte Luft in den zentralen Schacht bläst. Wichtig: Dies muss oft mit der Eigentümergemeinschaft oder dem Vermieter abgesprochen werden.
Wichtige Funktionen moderner Badlüfter
Beim Kauf sollten Sie nicht nur auf den Preis achten. Wenn Sie eine hochwertige WC-Lüftung nachrüsten, achten Sie auf folgende Features:
- Feuchtigkeitssensor (Hygrostat): Der Lüfter schaltet sich automatisch ein, wenn eine bestimmte Luftfeuchtigkeit überschritten wird.
- Nachlaufrelais: Der Ventilator läuft nach dem Ausschalten des Lichts noch einige Minuten weiter, um Restfeuchte abzutransportieren.
- Geräuschpegel: Ein leiser Betrieb (Silent-Lüfter) ist essenziell für den Wohnkomfort.
- Rückstauklappe: Verhindert, dass kalte Außenluft oder Gerüche aus dem Schacht zurück ins Bad strömen.
Schritt-für-Schritt: WC-Lüftung nachrüsten
Die Installation erfordert handwerkliches Geschick und den Umgang mit Elektrizität.
- Planung: Bestimmen Sie den Montageort (Außenwand oder Decke/Schacht). Achten Sie auf die Schutzzonen im Bad gemäß DIN VDE 0100-701.
- Kernbohrung: Bei Außenwandgeräten ist ein Durchbruch notwendig (meist 100 mm oder 125 mm Durchmesser).
- Stromversorgung: Verlegen Sie ein Stromkabel zum Montageort. Oft wird der Lüfter mit dem Lichtschalter gekoppelt.
- Montage: Setzen Sie das Rohr und den Lüfter ein, dichten Sie die Fugen ab und schließen Sie das Gerät elektrisch an.
- Abdeckung: Montieren Sie das Außengitter (bei Wandgeräten) und die Innenblende.
Kosten und Aufwand
Die Kosten, um eine WC-Lüftung nachrüsten zu lassen oder selbst einzubauen, variieren. Einfache Ventilatoren gibt es ab 30 Euro, hochwertige Modelle mit Sensoren kosten zwischen 100 und 200 Euro. Hinzu kommen Materialkosten für Kabel und Rohre sowie eventuelle Handwerkerkosten für die Kernbohrung und den elektrischen Anschluss. Dennoch ist die Investition im Vergleich zur Sanierung eines Schimmelschadens gering.